Wer hier mitreden kann

Die kurze Antwort: alle, die bereit sind, anderen zuzuhören. Die längere steht auf dieser Seite.

Wer gemeint ist

Vier Sorgen, die wir kennen

Diese Frage wird aus zwei Richtungen gestellt. Die einen fürchten, zu wenig zu wissen. Die anderen wollen wissen, ob wir wirklich mit jedem reden. Beides beantworten wir hier, und wir fangen mit der ersten an.

„Ich habe von Politik keine Ahnung“

Dann bringst du etwas mit, das sonst niemand hat: Fragen, die noch nicht abgeschliffen sind. Wer seit zwanzig Jahren in einem Thema steckt, sieht das Offensichtliche oft nicht mehr. Du wirst bei uns nichts vorweisen müssen, und es gibt keine Runde, in der vorausgesetzt wird, dass du etwas gelesen hast.

„Ich beschäftige mich beruflich damit“

Auch gut, und wir brauchen dich. Wir bitten dich um zweierlei: Erkläre, statt zu belehren, und halte aus, dass eine Frage noch einmal von vorn gestellt wird. Wer ein Thema durchdrungen hat, kann es meistens auch einfach sagen. Genau das ist der Teil, an dem es öffentlich oft scheitert.

„Meine Meinung steht fest“

Behalte sie. Wir sind nicht angetreten, um jemanden umzudrehen, und wir führen keine Abstimmung durch. Was wir wollen, ist schmaler und schwieriger: dass du weißt, worauf deine Meinung beruht, und einmal gehört hast, worauf die andere beruht. Was du danach denkst, ist deine Sache.

„Das bringt doch alles nichts“

Wer aufgehört hat zu wählen, hat dafür oft einen Grund, den man nachvollziehen kann. Versprechen, die nach der Wahl nichts mehr galten. Anträge, die niemand beantwortet hat. Wir lösen das nicht mit einem Abend. Aber du bist der Mensch, für den wir das machen, und nicht der, an dem wir vorbeireden wollen.

Der gemeinsame Boden

Worauf wir uns einigen müssen

Ein Gespräch braucht einen Boden, auf dem alle stehen. Bei uns ist das keine politische Richtung, sondern das Grundgesetz. Zwei Sätze daraus stehen nicht zur Debatte, weil sie die Voraussetzung dafür sind, dass überhaupt debattiert werden kann.

Art. 1

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Art. 3

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Derselbe Artikel zählt weiter unten auf, woran das nicht scheitern darf: an Herkunft, Sprache, Glauben, politischer Anschauung, Geschlecht oder einer Behinderung.

Wer an einem unserer Abende sitzt, muss diese Sätze nicht mögen oder auswendig können. Er muss sie gelten lassen, solange geredet wird. Das ist keine Gesinnungsprüfung, sondern die Hausordnung.

Alles andere steht offen. Ob die Steuern gerecht verteilt sind und wie schnell die Energiewende gehen soll, darüber gehen die Meinungen schon in unseren eigenen Reihen auseinander, und das soll so bleiben. Unsere Satzung bindet uns an das Grundgesetz, nicht an eine Partei.

Die Grenze

Und mit wem wir nicht reden

Eine Grenze gibt es, und sie ist scharf. Wer die Würde anderer Menschen grundsätzlich bestreitet, ist bei uns nicht richtig. Organisierten Rechtsextremen bauen wir keine Bühne.

Das ist etwas anderes, als jemanden auszuschließen, der einen Satz sagt, den wir für falsch halten. Wer jeden, dem einmal ein dummer Satz herausrutscht, sofort dem harten Rand zuschlägt, treibt ihn oft erst dorthin. Zwischen beidem zu unterscheiden ist der schwierigste Teil unserer Arbeit, und er ist uns wichtig genug, dass wir ihn ausführlich aufgeschrieben haben.

Mit wem wir reden, und mit wem nicht →

Damit das zusammengeht

Wie ein Abend abläuft

Wenn jemand ohne Vorwissen neben jemandem sitzt, der seit Jahren in der Materie steckt, entscheidet sich an der Moderation, ob beide etwas davon haben. Drei Dinge halten wir deshalb fest.

  • 1

    Niemand wird vorgeführt

    Wer etwas nicht weiß, bekommt eine Antwort und keinen Blick. Wer etwas Falsches sagt, wird berichtigt und nicht bloßgestellt. Das gilt in beide Richtungen, auch gegenüber denen, die es besser wissen.

  • 2

    Erst nachfragen, dann widersprechen

    Die meisten Streitgespräche laufen aneinander vorbei, weil niemand geprüft hat, was der andere eigentlich meint. Eine Rückfrage kostet zwanzig Sekunden und spart oft eine halbe Stunde.

  • 3

    Am Ende steht keine gemeinsame Meinung

    Wir stimmen über nichts ab und verabschieden keine Position. Ein Abend ist gelungen, wenn alle mit einer Frage mehr nach Hause gehen, nicht mit derselben Antwort.

Klingt nach etwas für dich?

Wir bringen diese Gespräche dorthin, wo Menschen tatsächlich leben: ins Gemeindehaus, in Gaststätten oder aufs Dorffest. Wer mitmachen will, ist eingeladen.